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Verwandte Techniken

Hierarchisches Storage Management (HSM)

Hierarchisches Storage Management (HSM) bezeichnet Strategien und Systeme, die sich mit der automatischen Archivierung von Daten anhand von Zugriffsmustern befassen. Der Grundgedanke dabei ist es, anhand von Regeln Daten automatisch und transparent für den Nutzer zu archivieren. Selten benutzte Daten werden auf langsamere Medien verschoben, es verbleiben jedoch Referenzen auf die Daten im Quellsystem. Greift ein Nutzer auf die verschobenen Daten zu, so werden diese automatisch ohne Eingriff des Nutzers vom Archivierungsmedium zurück ins Hauptsystem bewegt.

HSM hat nur indirekt etwas mit Backup zu tun. Da die Daten verschoben werden, ist auch hier keine erhöhte Sicherheit der Daten gegeben. Viele Backup Systeme bieten jedoch Zusätze an, die Funktionen des HSM bereitstellen.

Archivierung

Im Gegensatz zum Backup werden bei der Archivierung keine Kopien der Daten erstellt, sondern es ändert sich der Speicherort der Daten - die Daten werden verschoben und aus dem Ursprungssystem entfernt. Hohe Aufmerksamkeit ist auf die Verfügbarkeit und die Wiederherstellbarkeit der Daten nach der Archivierung zu legen. Archivierungsmedien zeichnen sich durch eine höhere Lebensdauer des Mediums, auf dem die Daten aufbewahrt werden (z.B. WORM Tape in einem Tresor) aus. Ist das Archivierungsmedium defekt, sind auch die archivierten Daten verloren. Häufig spielen bei der Archivierung auch gesetzliche Rahmenbedingungen wie Revisionssicherheit eine Rolle und die Daten werden auf einmal beschreibbaren Medien mit extrem hoher Lebensdauer aufbewahrt. Bei der Archivierung spielen Punkte wie

  • Lebensdauer der Medien,
  • Lesbarkeit der Medien (wer kann heute noch Magnettrommelspeicher auslesen?),
  • Interpretierbarkeit der gespeicherten Daten (Wer kann heute noch die Daten auf Lochkarten interpretieren?),
  • Zugriff auf archivierte Daten (HSM), Datenkonvertierung in moderne Formate

und weitere Punkte eine entscheidende Rolle.

Fälschlicherweise wird der Begriff Archivierung in Bezug auf Backup Systeme häufig mit dem Auslagern von Backup Sicherungsmedien an externen Standorten (Bank, weiteres Rechenzentrum, Tresor) verwechselt. Archivierung ist jedoch nicht mit Backup zu verwechseln. Ein Archivierungssystem kann sich aber in ein Backup Konzept integrieren.

Datenspiegelung und Replikation

Datenspiegelung dient der Erhöhung der Verfügbarkeit der aktuellsten Daten. Dazu werden alle Änderungen an Daten auf dem Spiegelsystem nahezu gleichzeitig durchgeführt. Man unterscheidet dabei synchrone und asynchrone Spiegelung.

  • Synchrone Spiegelung

Hierbei wird der Schreibvorgang erst beendet, wenn die Daten sowohl auf das Primärsystem als auch auf dem Spiegelsystem geschrieben wurden. Synchrone Spiegelung bietet die höchste Datensicherheit.

  • Asynchrone Spiegelung

Hierbei wird der Schreibvorgang bereits beendet, wenn die Daten auf dem Primärsystem geschrieben wurden. Der Schreibvorgang auf dem Spiegelsystem wird zeitverzögert durchgeführt. Dabei ist der Zeitversatz abhängig von der Schreiblast auf dem Primärsystem. Asynchrone Replikation bietet speziell bei geringeren Replikationsbandbreiten ein bessere Performance. Bei der asynchronen Spiegelung können jedoch Daten verloren gehen, wenn ein Ausfall des Primärsystems während einer Lastspitze auftritt.

Die Replikation von Daten erfolgt entweder auf der logischen Block Ebene - also unterhalb des Filesystems oder auf Filesystem Ebene. Die Redundanz auf der Blockebene sorgt dafür, dass bei Ausfall eines kompletten Storage Arrays der Betrieb weiter ermöglicht wird, schützt jedoch nicht vor anderen Fehlern wie eine Filesystem-Korruption. Auch menschliche Fehler (logische Fehler) können zu einem solchen Totalausfall führen. Um sich vor solchen Fehlern zu schützen, ist es notwendig mehrere Versionen des kompletten Datenbestandes bereitzuhalten.

Die Spiegelung ersetzt kein Backup!